W:O:A - Erste Eindrücke
5. August
4 Tage Zivilisations-Verzicht - mein W:O:A-Abenteuer ist zu Ende. Es war geil, es war wild, es war DIE HÖLLE LAUT (der Slogan Louder than hell ist eher untertrieben), aber es war auch anstrengend. Ob ich nächstes Jahr die Kraft hab da nochmal hinzufahren - ich weiss es nicht.
Schon die Anreise war chaotisch - statt Mi spätabends dort aufzutauchen fuhr ich Donnerstag erst von Berlin aus los, wo ich gleich zwei Begleiter dabei hatte: eine Bekannte von Lorelei suchte eine Mitfahrgelegenheit, und dann hatte sich doch glatt Panda-Chan ins Gepäck geschmuggelt. Die Bekannte warf ich in Hamburg heraus, wo sie sich mit Freunden treffen wollte, und weiter ging es anhand der Skizze, die ich mir morgens noch schnell aus dem Internet geholt hatte (Dialog mit Lorelei: "Weisst du, wie du dorthinkommst?" - "Klar, liegt in der Nähe von Hamburg, und Hamburg find ich." - "Und wie gehts danach weiter?" - *schluck* "Lass mich mal kurz ins Internet gucken!").
Einrollen
Eigentlich ein Wunder, dass ich am Nachmittag schon in Wacken war. Knapp 2km vor dem Festival-Gelände ging gar nichts mehr. Stau - aber Tigger ist ja nicht doof: ein Bier aus dem Kofferraum, Sitz zurückgestellt, bequem sitzen und die Metaller im Dorf geniessen. Was da so alles herumrennt... He - das Gesicht kenn ich doch! Da treff ich, noch im Auto sitzend, meinen jüngeren Bruder! Coole Sache. Mit beiden auf der Rückbank treff ich knapp 30min später am Parkplatz ein, um festzustellen, dass aufgrund des Matsches es dies Jahr getrennte Camping- und Parkplätze gibt, jedenfalls für die, die wie ich viel zu spät kommen. Glück im Unglück: ich komm mit meinem kleinen Zelt bei meinem Bruder mit unter, der ja schon länger da ist - ungelogen 10min von der Bühne, einer der geilsten Plätze im ganzen Gelände.
Überall im Ort Wacken: Bierkastenschleppende Gruppen in schwarzer Kleidung
PANIK
Ich Idiot verlier mein Ticket. Seit Monaten drauf gefreut, beim Reinfahren noch vorgezeigt, und jetzt wo ich das Bandl holen will ist es weg. Einfach so. FUCK FUCK FUCK! Sowas passiert nur einem! Die Leut, bei denen ich mein Zelt aufbauen darf, sind hilfsbereit, aber auch sie haben keinen Plan. Der Ordner kann mir auch nicht helfen, gibt mir aber den Tip das Gelände nicht mehr zu verlassen. Und mein Bruder versucht währenddessen, draussen vor dem Eingang auf dem Schwarzmarkt ein neues Ticket zu erhaschen. 85 Euronen los für diese Dummheit. Menno, manchmal frag ich mich, warum mir soviel Mist passiert! Sowas schafft doch kein anderer...
Direkt neben uns wohnten wilde, finster drein schauende Motorrad-Rocker
Zeltleben
Dreck, Modder, unvorstellbare Müllberge und der undefinierbare Gestank nach Land und Chemieklo-Abfällen - ich brauche einen Tag, ehe ich es schaff über diese Dinge hinwegzusehen. Danach aber geht es. Während im Vorfeld das Wetter so mies war, dass bis Donnerstag ernsthaft überlegt wurde das Festival abzusagen hatten wir danach nur schönes Wetter. Hab mir übel die Nase in der Sonne verbrannt, aber musste eben nicht im Regen campen.
Während ich einiges an Camping-Ausrüstung dabei hatte (blieb notgedrungen im Auto, weil es soweit weg parkte), fuhren einige erfahrene W:O:A-Freaks ganz andere Kaliber auf: Generator-Anhänger, riesige Lautsprecher-Wände, diverse Kühlschränke für die Unmengen an Bier, eigene Koch-Anhänger - selbst eine Motorkettensäge hatte einer mitgeschleppt, wohl nur um damit Krach zu machen. Dass ich in diesem Lärm überhaupt teilweise schlafen konnte wundert mich bis jetzt.
Wenn wir nicht gerade auf der Bühne waren, sassen wir meist biertrinkend am Zelt herum
Musik
Natürlich gab es auch jede Menge Musik. Als Neuling im Metal-Bereich hab ich mir nur eine kleine Auswahl angetan: TYR, Sodom, Schandmaul, Napalm Death, J.B.O, Dir En Grey, Type O Negative, Immortal, In Flames und vielleicht noch ein paar andere - teilweise nicht ganz meins, teilweise einfach nur genial. Auf jeden Fall laut! Andere gute Bands hab ich einfach nicht durchgehalten, speziell die sehr späten Auftritte von den Apokalyptischen Reitern und Subway to Sally hab ich nur aus dem Zelt gehört, da war ich einfach zu fertig für. Andere wie Electric Eel Shock am ersten Tag hab ich nicht gefunden, und den berühmten Feuerwehr-Zug hab ich schlichtweg ignoriert. Manche mögen mich dafür verachten, wie man sich solche Gelegenheiten entgehen lassen kann, ich war aber mit dem, was ich geschafft hab, mehr als zufrieden. Bin ja auch nicht mehr der Jüngste.
Das riesige Festival-Gelände mit drei Bühnen: Black-Metal-Stage, True-Metal-Stage und abseits die Party-Stage
Abreise
Aus meinem Plan, auf dem Rückweg Zoee und Morticia zu besuchen, wurde leider nichts. Hatte mein fehlendes Organisations-Talent unterschätzt, ebenso wie die Strapazen - nach all den Tagen habe ich mich nach einer heissen Dusche und einem Abend bei Lorelei zu sehr gesehnt als noch verdreckt in Hamburg versuchen meinen Lieblings-Bloggerinnen die Nerven zu rauben. Statt dessen hab ich meinen Bruder heimgefahren, ein bissl Geld für meine Urlaubskasse bei den Eltern erschnorrt (ihr erinnert euch an die Auspuff-Geschichte?), und sitz nun in Berlin.
Komisch, heut morgen dacht ich: "ne, ich bin definitiv zu alt für diese Festival-Scheisse!". Aber jetzt, mit einem kühlen Getränk frisch geduscht auf dem Balkon sitzend und die Fotos anschauend denk ich: "War schon geil!" und überleg ernsthaft, nächstes Jahr wieder hinzufahren. Denn eines ist sicher: BLASTING THE NORTH IN AUGUST!
Meine Meinung:
Kommentare:
schoppi (5.8.2007, 20:41)
Wulffi (5.8.2007, 21:10)
Wulffi (5.8.2007, 21:24)
Sternenstaub (5.8.2007, 21:31)
tigger (6.8.2007, 10:03)
Bühnen
tigger (6.8.2007, 13:48)
Ise (6.8.2007, 21:18)
ei der daus
dejot (7.8.2007, 15:03)
tigger (7.8.2007, 18:30)
rowin (7.8.2007, 19:24)