Zwei Tage Ostsee
10. August
Mittwoch und Donnerstag bekam Lorelei frei - und so packen wir ein paar überlebenswichtige Dinge in den Passat und fahren spontan nach Norden auf die Insel Rügen. Endlich Urlaub!
Clevererweise kümmern wir uns schon am Vortag um eine Unterkunft: das e-werk Sassnitz bietet kultige Übernachtungsmöglichkeiten: preiswerte Zimmer, bunte Bauwagen, ein NVA-Zelt mit Etagenbetten, ein zweites NVA-Zelt voller Stroh, und im Garten kann man auch sein eigenes Zelt aufschlagen. Alles für sehr wenig Geld in einer gemütlichen Gemeinschafts-Atmosphäre => empfehlenswert!
Bunte Bauwagen - sie sind leider schon ausgebucht. Aber das nächste Mal!
Rügen - die mit Abstand größte deutsche Insel - überrascht mit ihrem hügeligen, noch sehr von Landwirtschaft geprägten Charakter. Auf den Hauptstraßen ist es zwar voll, doch insgesamt wirkt der Tourismus mitten in der Hauptsaison bei schönstem Postkartenwetter angenehm zurückhaltend. Steilküsten an den bekannten Kreidefelsen wechseln sich mit sandigen Dünen ab, die oft durch angrenzende Wälder richig idyllisch wirken. Wenn man dann noch wie wir das Glück hat und diese Landschaft bei Sonnenschein und wolkenlosem Himmel geniessen kann, ergibt sich mit dem stetigen Wind und der im Vergleich zu anderen Urlaubsorten relativ kühlen Ostsee ein perfekt abgestimmtes Erholungs-Angebot.
Sandstrand hinter Kieferwäldern, wie hier bei Prora
Doch auch abseits des Badeortes hat Rügen einiges zu bieten: diverse Naturparks wie der Nationalpark Jasmund, der direkt hinter Sassnitz beginnt, hübsche Kurorte wie Binz, eine inseleigene Schmalspurbahn mit dem lustigen Namen Rasender Roland, den nördlichsten Punkt der früheren DDR Kap Arkona, die monumentalen Überreste des nie vollendeten KdF-Seebad Rügen aus der Nazi-Zeit, ein reichhaltiges Unterhaltungsangebot von Segeln bis hin zu Hubschrauber-Rundflügen und - natürlich - ausgezeichnete Fischgerichte zur kulinarischen Abrundung des Urlaubs.
Sassnitzer Hafen, von Prora aus fotografiert
Koloss von Prora - Ruine eines der 8 Bettenhäuser
Typisch Rügen: Steilküste mit Kreidefelsen, hier am Kap Arkona
Ehemaliger Marine-Peilturm am Kap Arkona, wunderschön renoviert
Zusammenfassend: Rügen ist definitiv einen Urlaub wert, es bietet soviel, was wir aus Zeitgründen nicht geschafft haben. Wem Italien zu überlaufen, Spanien zu heiß und die Côte d'Azur zu teuer ist, wer bereit ist sich auf einen Hauch ostdeutscher Vergangenheit einzulassen, die allenthalben hervorlugt, wer mehr als nur baden will aber auch auf einen Sandstrand nicht verzichten mag, dem sei Rügen ans Herz gelegt.
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Kommentare:
Ise (10.8.2007, 20:15)
truetigger (10.8.2007, 22:07)
morticia (10.8.2007, 22:08)
rowin (11.8.2007, 09:26)
tigger (11.8.2007, 09:59)
rowin (14.8.2007, 20:07)