Welcome to Graz, Arnie! [UPDATE]
5. März
Gestern abend stiess ich beim Lesen der Nachrichten auf die Meldung "Schwarzenegger in der Steiermark". Eigentlich kaum überraschend, liegt doch aus der Sicht des fernen Kaliforniens Graz de facto direkt bei Hannover, vor allem, wenn man über einen schicken Privatjet verfügt und nicht wie ich stundenlang über die Autobahnen krebst. In Hannover, wo derzeit die CeBIT stattfindet und Arnie sich für seine Region Silicon Valley ins Zeug legte, schmetterte er ja vor wenigen Tagen der deutschen Kanzlerin ein "Hasta la vista, Baby!" entgegen. Natürlich verpasste ich ihn hier, aber was solls, ich bin eh nicht VIP-geil :)
Arnie wirkt selbst als Schnitzkunst beeindruckend
Zeit, meine Begeisterung für die "steirische Eiche" mal zu offenbaren. In den 80ern war er der große Kinoheld - speziell in der Wende-Zeit so um 1990 herum, als sich alle in der ehemaligen DDR mit einem Videorecorder versorgten, zog ich mir all seine Filme herein. Ob als Conan, Terminator oder sowjetischer Polizist, Filme mit ihm waren genau das richtige Popcorn-Kino für den fast 18-jährigen Tigger, der keinen Plan vom Leben hatte. Yeah! Erst als ich nach der Jahrtausendwende in Graz ankam, bekam ich mit, dass Arnold hier seine Wurzeln hatte.
Die Stadt konnte mit ihrem bekanntesten Sohn noch nie besonders gut umgehen. Zum Teil war man sehr stolz auf den weltbekannten Filmstar, und als Oberboss von Kalifornien hat er weit mehr Macht als jeder österreichische Politiker. Anderseits passen seine uramerikanischen Ansichten so gar nicht zum modernen Europa: als er, der bekennende Verfechter der Todesstrafe, einen Kandidaten nicht vor der Giftspritze bewahrte, wollte man das Arnold-Schwarzenegger-Stadion umbenennen, um ein Zeichen zu setzen. Kurzerhand untersagte Arnold der Stadt die Verwendung seines Namens, und in einer Nacht- und Nebelaktion wurde das Stadion in "UPC-Arena" umbenannt. In Österreich schüttelte man ob dieser Aktion nur die Köpfe, und ausserhalb unserer Alpenrepublik bekam niemand davon was mit.
Arnie liebt große Auftritte, ist überzeugter Republikaner und von der Überlegenheit der USA mindestens genauso überzeugt wie ein dort geborener Patriot. Obwohl er politisch gänzlich andere Überzeugungen als ich vertritt, bewundere ich seine Art, direkt mit Problemen umzugehen. Seine Frau ist Demokratin - kein Problem für ihn. Er legte sich mit seinem Parteifreund George Bush an, als es um kalifornische Interessen ging. Und man hat den Eindruck, dass er durchaus auch auf seine Berater hört. Ob er nun besonders intelligent ist oder eher nur ein durchschnittlicher Denker - er ist auf jeden Fall symphatischer als der in Europa zu sehr vertraute Typ des sich selbst unfehlbar haltenen, machtversessenen und pausenlos taktierenden Politikers.
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Kommentare:
Your Friendly Neighborhood English Teacher (6.3.2009, 00:54)
tigger (6.3.2009, 10:57)