Porno unplugged - Party

13. März

Geschrieben am 13.3.2009 von Tigger, abgelegt unter Musik, Film und Fernsehen

[Das Nonstop-Kino]

Das Nonstop-Kino - sehr lichtarme, dunkle Aufmachung, aber sonst recht angenehm

Wie angekündigt besuchte ich gestern die Release-Party des Filmes PornoUnplugged in Graz, begleitet von Gela und Panda-chan. Der Ansturm hielt sich in Grenzen - es waren schon einige Gäste da, aber im nicht allzu großen Foyer des Nonstop-Kinos ging es alles andere als bedrängt zu. Schwarze Wände, sparsame Ausleuchtung - ganz konnte das Nonstop-Kino nicht verbergen, dass es tagsüber Sexfilme zeigt, wobei die Atmosphäre am Abend mit der Garderobe, der Bar und dem elegant wirkenden Personal sehr angenehm war. Die düstere Umgebung sorgte nur dafür, dass meine Hendi-Fotos fast alle nichts geworden sind (Irgendwann möchte ich mal eine richtige Kamera haben *träum*)... Was würde uns erwarten: Ein Einblick in den Alltag der Pornostars, Hardcore-Szenen, wilde Orgien oder doch eher ein langweiliger Kunstfilm?

[Wo ist Tiggers?]

Panda-chan sucht im Finsteren nach Tigger, der sicher an der Bar herumlungert

Die erste Szene zeigte den Regisseur, wie er zur Musik der Sterne allein im Freien steht und über Pornographie allgemein sinniert. Neunzig Minuten später schliesst der Film mit einer ähnlichen Einstellung, begleitet vom wunderbaren Song "Military Of The Heart" von Naked Lunch entlässt Fabian Burstein seine Zuschauer in eigene Gedanken, um die verschiedenen Eindrücke aus dem Streifzug durch die Branche zu verarbeiten. Ja, einiges war hardcore, insgesamt überwogen die TV-kompatiblen Zurückhaltungen - denn es geht ja nicht um den Sex an sich, sondern um die Menschen, die mit dieser Industrie zu tun haben: Da ist zum einen ein Hardcoreerotik-Verlags-Chef, der in einem sehr langweiligen Durchschnittsbüro sitzt und viel lieber von seinem Hobby Fliegen als vom Geschäft an sich erzählt. In den USA begleitet das Filmteam Mick Blue zu einer Messe, zu Sets, aber auch ins Privatleben. In Graz unterhält sich Fabian mit der Mutter von Mick, und in Wien trifft er Renee Pornero. Alle drei Protagonisten sind ganz anders, als man sie sich vorstellen würd - viel normaler als gedacht, mit ganz und gar normalen Problemen, Ängsten und Träumen.

[Panda-chan, der Party-Panda]

Panda-chan schliesst schnell Bekanntschaft

Schon vor dem Film scharwenzelte ich neugierig um Miss Pornero herum: sie sass elegant gestylt mit ein paar Freunden am Nebentisch. Noch bevor ich etwas sagen konnte, erkannte sie... Panda-chan. "He, Panda-chan!" begrüsste sie fröhlich den kleinen Panda - gut, dass ich ihn mitgenommen hatte ;) Natürlich hätte ich auch gern ein Foto von uns gemacht, doch irgendwie kam mir das plötzlich sehr doof vor. Einige der Gäste baten Renee Pornero um ein Foto als Andenken, und Profi, der sie nun mal ist, nahm sie sich für jeden Zeit und lächelte in die Kameras. Nein, so etwas muss sie für mich nicht tun, ich weiss auch ohne ein solches Bildchen, welch sympathische Gesprächspartnerin sie ist. Doch genug der Schleimerei - zur Hauptperson:

[Regisseur Fabian Burstein]

Panda-chan (rechts) schmust sich an den Regisseur (links, nur mäßig begeistert)

Auch der Regisseur Fabian Burstein war anwesend. Im Film wirkte er, der sich während der Dokumentation meist im Hintergrund hielt und seine Protagonisten sprechen liess, wie ein Kind im Süssigkeitenladen. Und genau mit diesem leicht schüchternen und irgendwie putzigen Gesichtsausdruck stand er allein nach dem Film im Foyer - ein einfaches Opfer für den neugierigen Tigger, der ihm gleich ein Gespräch ans Bein band. Filme anschauen allein ist schon interessant, danach aber die Gelegenheit, ohne Zeitdruck mit einem der Macher selbst diskutieren zu können: unbezahlbar.

Alles in allem ein großartiger Abend.

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Kommentare:

Du hast Panda-chan mit zu einer Porno-Premiere genommen? Du verdirbst mir den Kleinen noch völlig! Und überhaupt, wie lange ihr da wohl wieder unterwegs wart - er gehört um 8 ins Bett! Also wirklich!

Lorelei (13.3.2009, 18:04)

Es ging doch um wahre Kunst und echte Gefühle! Und siehst Du nicht, wie sehr er sich auf all den Fotos freut?

tigger (13.3.2009, 19:07)

Zitat

Zum Thema Kunst muss aber noch unbedingt das beste Zitat des Filmes festgehalten werden, als nämlich Mick Blue bei einem Independent-Film mitspielt, dessen Regisseur damit angeben will, dass seine Porno-Darsteller von echten Porno-Darstellern gespielt werden, und Mick die Herausforderung für ihn kommentiert mit: "Ich musste ja eigentlich nur mich selber spielen, da kann man im Grunde genommen nicht allzu viel falsch machen."

Gela (14.3.2009, 20:26)