Klimakonferenz in Kopenhagen
7. Dez.
Diesen Montag begann sie also, die grösste Konferenz, die die UNO je veranstaltete. Es gehe um nicht weniger als die Rettung der Welt, betonen unisono (fast) alle Teilnehmer - um sich sofort mit einem "ja, aber" in die richtige Verhandlungsoption zu lavieren. Denn obwohl inzwischen selbst die USA, Russland und China ihre Bereitschaft erklären, ihre CO2-Emmissionen irgendwie drosseln zu wollen, ist ein Erfolg des Gipfels mehr als fraglich.
Heute morgen im Radio hörte ich einen Sprecher einer Umwelt-Initiative, der sich pessimistisch in etwa so äusserte: "Vielleicht werden Ziele vereinbart, aber im Grunde hat noch keiner begriffen, worum es wirklich geht. Man müsste sofort die Emmissionen in den Industriestaaten drastisch reduzieren, auf 1/4 senken. Das bedeutet hohe Steuern auf Sprit, auf Fleisch. Nicht mehr fliegen. Und DAS traut sich am Ende niemand auch nur ansatzweise im eigenen Land, deshalb sehe ich schwarz."
Zeitgerecht wurden im Vorfeld durch eine (inszenierte? angebliche?) Attacke auf Wissenschaftsberiche eines Klimaforschungsinstituts Zweifel gesät: Wird die Erderwärmung wirklich so stark, wie man es uns heute einredet? Sind Klimaschwankungen nicht normal, hatte es nicht immer schon Warm- und Kaltzeiten gegeben? War nicht früher der Meeresspiegel so hoch, dass man jetzt selbst in Gebirgen noch Überreste von Meereslebewesen findet? Ist dies womöglich nur eine Verschwörung, um die Kernkraft als "saubere Energie" verkaufen zu können? Speziell Klimawandel-Skeptiker aus den USA und saudische Öl-Scheichs sträuben sich, der Realtität ins Auge zu schauen.
Denn die Realität sieht so aus: Mit beängstigendem Tempo schmelzen weltweit Gletscher und bricht die Eiskappe des Nordpolarmeeres zusammen. Der Wasserspiegel steigt unaufhörlich. Eine wärmere Erde entfesselt stärkere Stürme. Noch in diesem Jahrhundert werden die Malediven "versinken", langfristig sind alle Küstenstädte von New York über Hamburg und Rio de Janeiro bis hin zu Wladiwostok bedroht. Die aus ihren angestammten Gebieten vertriebenen Menschen werden andere Landstriche besetzen - und da wird sie die "Festung Europa" nicht auf Dauer aufhalten.
Es ist ja nicht so, dass wir die Erde "kaputt machen" würden. Wir machen sie nur unbewohnbar für uns Menschen.
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Kommentare:
daniel (7.12.2009, 22:32)
tigger (8.12.2009, 13:59)