Flughafen-Kontrollen [UPDATE]

28. Dez.

Geschrieben am 28.12.2009 von Tigger, abgelegt unter Skurriles

Trotz der aktuellen Sicherheitskontrollen gelang es vor wenigen Tagen einem Fluggast, Sprengstoff an Bord eines Flugzeuges zu schmuggeln. Hätte der Sprengsatz gezündet, wär ein Airbus mit fast 280 Passagieren an Bord beim Anflug auf Detroit in Flammen aufgegangen - mit einem Schlag wär die allgemeine Weihnachtsseligkeit dahin gewesen. Zwar steht der Niederländer, der den Nigerianer geistesgegenwärtig überwältigte, als Held da, doch im Grunde war es reiner Zufall, dass nichts passierte.

Erst vor ein paar Monaten hatte ich die Kontrollen am eigenen Leibe erlebt. Wer wie ich eher den provinziellen Grazer Flughafen gewohnt ist, empfindet schon die Sicherheitskontrollen in Wien nervig penibel. Doch in London wurde es richtig paranoid: Selbst die Schuhe musste ich ausziehen, und ohne Gürtel rutscht die Hose schon auf den wenigen Metern, bis man nach dem Röntgenblick, den das Handgepäck erdulden muss, sich wieder ankleiden darf... Wieso Flüssigkeiten in ein durchsichtiges Plastiksackerl verpackt werden müssen (auch Loreleis Lippenstift!), dann aber wieder für Stunden keiner im Flugzeug darauf achtet, was man mit dem Klumpert danach wieder macht, versteh ich bis heute nicht.

Jetzt wird diskutiert, ob man nicht Elektronik komplett verbieten sollte: kein MP3-Player, kein Notebook, kein iPhone-Spiel für den stundenlangen Transatlantik-Flug, denn es geht ja um die Sicherheit! Selbst die elenden Nacktscanner geraten wieder ins Blickfeld.

Dabei bringt es Werner Gruber von den FM4-Science-Busters, seines Zeichens Physiker, im Telepolis-Interview auf den Punkt:

Flüssigsprengstoff – das ist doch albern. Um Flüssigsprengstoffe herzustellen, muss man richtig Ahnung und Erfahrung haben. Ich habe da Zweifel, ob die in den vergangenen Jahren bei Attentätern gefundenen Sprengstoffe wirklich funktioniert hätten.

Dabei gibt es relativ einfache Möglichkeiten, ein Flugzeug wirklich zu beschädigen. Was zum Beispiel die wenigsten wissen: Man braucht nur das Quecksilber aus einem Fieberthermometer, wenn man das in einem Flieger verschüttet, wird der nie mehr starten. Das Quecksilber saugt sich in das Aluminium hinein und macht es spröde. Solche Unfälle gab es schon. Das ist nicht besonders spektakulär, aber der Sachschaden ist enorm.

[UPDATE]

Wie heise-online am 29.12. berichtete denkt die deutsche Regierung mit den ach so freien FDP-Mitregierern bereits laut über Nackt-Scanner nach. Natürlich, in diesem einen Fall hätte es vielleicht geholfen (so wie auch vernünftige Polizeiarbeit auf US-Seite geholfen hätte, denn der eigene Vater hatte ja die Behörden schon vor seinem extremen Sohn gewarnt!), aber wenn der nächste Terrorist seinen Sprengsatz verschluckt oder sich unter die Haut einsetzen lässt (einem Selbstmörder dürfte das ja wurscht sein), helfen Nackt-Scanner original NULL.

War ja zu erwarten, dass man auf politischer Seite sofort für NOCH MEHR Kontrollen eintritt. Was für Pappnasen!

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