Zeit für gute Vorsätze [UPDATE]

29. Dez.

Geschrieben am 29.12.2009 von Tigger, abgelegt unter Tiggers belangloser Alltag

Gestern schrieb ich schwungvoll "Gute Vorsätze" auf die Pinnwand an der Wohnungstür, gefolgt von vier Ideen, was ich 2010 ändern möchte. Dabei bin ich eigentlich eher der Typ, der am ersten Jänner verkatert aufwacht und erst einmal hemmungslos flucht als einer, der gutgelaunt mit einer Liste von Aufgaben sauber gestriegelt am Frühstückstisch sitzt und Neujahrsspaziergänge macht. Als Zyniker schliesse ich gern Wetten ab, wie lange die gross angekündigten Vorsätze von Freunden und Bekannten wohl halten werden - kaum jemand schafft es länger als eine Woche. Doch dieses Jahr bin ich dabei.

Mehr Bewegung

Besonders schlank war ich nie, mein Körper hatte schon immer etwas gedrungenes. Richtig fett fühlte ich mich noch nie. Überhaupt verspürte ich zu keiner Zeit das Bestreben, mit einem Diätplan mein Gewicht unter einen angestrebten Grenzwert zu drücken, zumal ich von meinem Gewicht nur eine ungefähre Vorstellung besitze - Waagen verderben nur den Appetit. Ich nehme oft die Stiegen statt des Lifts. Aber das war es dann schon, ansonsten siegt in den meisten Fällen der innere Schweinehund. Vom Joggen war 2009 nicht mehr die Rede, dabei hatte ich davor nach langer Anlaufzeit irgendwann auch die 5km geschafft. Und seit der Winter eine bequeme Ausrede bietet, lasse ich viel zu oft das Radl stehn und düse mit dem Auto zur Arbeit. Das sollte sich langsam aber sicher ändern, denn man wird nicht jünger.

Entspannt Autofahren

Wer mich als Autofahrer erlebt, wird sich an Dr. Jekyll und Mr. Hyde erinnern: Auf Autobahnen gleite ich meist gelassen mit Tempo 120-130 dahin, halte Abstand und schon meine Nerven. Sicher, die Celica fährt auch 200 - und manchmal probiert man es auf einer leeren Strecke auch einmal aus. Nur steht der Zeitgewinn beim Rasen in keinem Verhältnis zum wesentlich höheren Verbrauch, so dass ich meist schlichtweg zu geizig zum Schnellfahren bin. Und das Drängeln auf der linken Spur kostet viel mehr Nerven als gemächliches Cruisen. Teils schaffe ich 500km, ohne auch nur das Bremspedal zu berühren, während andere alle zwei Minuten zwischen Vollgas und Bremsen wechseln. In der Stadt hingegen kann es mir nicht schnell genug gehen. Springt die Ampel auf grün, hupe ich die Schlafmütze vor mir schon nach weniger als einer Sekunde wach, eine gelbe Ampel ist für mich das Zeichen, noch extra Gas zu geben. Einkäufe purzeln oft im Kofferraum herum, wenn ich schwungvoll durch die Kurven schlittere. Und schneidet mir ein *ZENSIERT* die Vorfahrt, reagier ich mit wüsten Beschimpfungen und Aufblendlicht. Kurz: Ich bin ein Choleriker hinter dem Lenkrad. Hier ist für 2010 genügend Verbesserungspotential, denn am Ende bringt all die Drängelei in der Innenstadt nichts, sondern wird nur früher oder später zu einem vermeidbaren Unfall aus Dummheit führen.

Learning english

Leser meines Blogs denken sicher grinsend an "täglich grüsst das Murmeltier", denn wie oft hatte ich schon angekündigt, endlich gescheit englisch zu lernen? Für das kommende Jahr will ich da etwas planvoller zu Werke gehen. Ich werd - ähnlich wie in meinen New-York-Artikeln - hier immer wieder mal auf englisch bloggen, englische Serien und Filme anschauen (DVDs und das englischsprachige Kino in Graz bieten ja genügend Möglichkeiten), und mit Lorelei habe ich ja einen native speaker an meiner Seite...

Freundschaften pflegen

Viel zu viele Menschen, mit denen ich zu tun hatte, verlor ich schon aus den Augen. Freunden und Bekannten "hinterherzutelefonieren" ist nicht so mein Ding, und so verlaufen sich viele Bekanntschaften irgendwann. Dabei habe ich erst am Wochenende, als ich mich mit einigen meiner Freunde traf, festgestellt, wie gut sowas tut. Manche trifft man vielleicht auf einen Kaffee, mit anderen hält man bedingt durch grosse Entfernungen durch Telefonate oder Emails Verbindung, einige sind für Foto-Safaris zu haben, andere fühlen sich in der Kneipe wohl... Freunde bereichern schlichtweg die Freizeit und helfen, den unvermeidlichen Alltag zwischen Arbeit, Haushalt und Familienstress aufzulockern. Und dazu braucht es nicht viel mehr als ab und zu ein kleines "Hey, wie gehts dir?"

Es stehen noch ein paar andere Dinge auf meiner Liste, die ich mit Absicht nicht 1:1 im Internet veröffentliche. Vielleicht sind die Vorsätze schon wie bei vielen anderen nach einer Woche vergessen, vielleicht halte ich es länger durch. Doch es spricht ja nichts dagegen, ein wenig an sich zu arbeiten - man wird schliesslich nicht jünger, und meine einzige Ausrede ist meine Faulheit.

[UPDATE]

Kaum geschrieben bin ich schon im Netz über einen interessanten Eintrag zu "Wie es mit guten Vorsätzen klappt" gestolpert: "Nur ein Vorsatz pro Jahr fassen, damit man sich nicht verzettelt." => Fail!

Bisherige Bewertung: [aktuelle Bewertung] | Beitrag bewerten: [--][-][0][+][++]

Kommentare:

na bitte, ich seh schon 2010 kann getrost kommen, du bist gerüstet ;)))
sternenstaubige Grüße

Sternenstaub (29.12.2009, 20:44)

Dir auch einen guten Start ins neue Jahr - und nur nicht zuviel vornehmen, also nicht so wie ich :)
Übrigens: gestern kaufte ich meine ERSTE Waage, hab ich all die Jahre, die ich nicht mehr daheim wohn, immer drauf verzichten können. Aber irgendwann muss man ja mal anfangen, erwachsen zu werden *g*

tigger (30.12.2009, 12:32)

Wow, das ist ja 'ne Menge. Das mit dem Englisch klappt bestimmt so nebenbei, ansonsten drück ich dir die Daumen! Wir haben eben zufällig genau nach dem Tipp da nur eine Sache beschlossen. Bei mir ist es auch Bewegung und ich hab auch schon ein paar Pläne gemacht. Wir werden sehen. Also feiert erst mal schön ihr zwei und dann berichte immer schön von deinen Fortschritten und Rückschritten ;)

Kesro (30.12.2009, 21:17)