Nicht auch noch bei Facebook!
9. März
Facebook-Büro in Palo Alto (Foto flickr.com/pshab/, Lizenz: cc by-nc 2.0)
Vor einem Monat verkündete facebook die stolze Zahl von 400 Millionen Nutzern, laut Wikipedia kommt knapp eine Million davon aus Österreich. Im Jahr 2010 erst auf den Facebook-Zug aufspringen zeigt deutlicher als ein Blick auf mein Geburtsjahr, dass ich nicht mehr der Jüngste bin - mit den hippen Trends des neuen Jahrtausends wie Twitter, Facebook, Flickr und YouTube komm ich nur schwer zurecht. Langsam dämmert mir, wie es in den 80ern den damals 35jährigen wohl ging, als im Büro plötzlich PCs aufgestellt wurden...
Doch zurück zum sozialen Netzwerk der öffentlichen Zurschaustellung: Jahrelang verweigerte ich Facebook, weil ich nicht von jedem im Internet gefunden werden will. Meinen vollen Namen versuch ich aus dem Blog herauszuhalten, ebenso meinen Arbeitgeber oder Details zu meiner Familie. Und obwohl meine persönliche Lovestory hier im Blog begann, bin ich mit Fotos und Berichten unseres Alltags knauserig - auch wenn man hier viel privates über mich findet, das Blog beleuchtet nur einen Teil meines realen Lebens, den Teil, den ich wissentlich preisgeben möchte.
In den Massenmedien ist Facebook längst ein Thema. Keine Woche vergeht, in der nicht vor Gefahren gewarnt wird: Was wird der Chef von den Partyfotos halten? Wie schlecht kommt es an, wenn man krankgeschrieben daheim liegt, aber den ganzen Tag fleissig mit seinen Freunden über die doofe Firma herzieht? Was tun, wenn die Ex-Freundin einem plötzlich auflauert, weil sie nicht damit zurecht kommt, dass jetzt eine wasserstoffblondierte Zwanzigjährige ihren Platz eingenommen hat? Und besteht nicht auch die Gefahr, dass die eigene Familie genau dann über Google & Co in unsere gemütliche digitale Welt eindringt, wenn man sie am wenigsten erwartet?
Sicher, man kann sein Leben voller Angst vor Veränderungen verbringen. Man kann schlichtweg Pech haben und den falschen Menschen vertrauen, und man kann sich dumm anstellen - was im weltweiten Internet eben mehr Leute als früher in der Mopedclique dann mitbekommen. Doch mit gesundem Menschenverstand lässt sich Facebook vortrefflich nutzen: man trifft dort verlorene Freunde wieder, lernt andere Netz-Bekanntschaften aus einem neuen Blickwinkel kennen und kommt mit Menschen zusammen, die man sonst nie kennenlernen würde.
Vielleicht ist ja Facebook nichts für mich. Bisher jedoch gefällt es mir dort überraschend gut.
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Kommentare:
kram (11.3.2010, 17:21)
tigger (11.3.2010, 17:29)
Luise (12.3.2010, 01:32)
daniel (12.3.2010, 13:03)
kram (12.3.2010, 19:42)