Viva España!
12. Juli
Kein Fussball mehr. Seltsam, ein Monat lang bestimmte der World cup in Südafrika das Programm: Mal fand man sich bei Freunden ein, mal pilgerte man zum Public Viewing, meist schaute man die Spiele stilecht mit Dosenbier in der Hand am heimischen PC. Und nun ist dies alles vorbei.
Schwarz rot gold - Deutschland war diesmal durchaus beliebt
Schade, dass Österreich nicht dabei war. Gegen die Fussball-Elite hätte es vermutlich eh nicht weit gereicht. Doch in den Vorrundenspielen hatte es die eine oder andere Überraschung gegeben: Serbien bezwang Deutschland, die Schweiz die späteren Weltmeister, Gastgeber Südafrika gewann gegen den alten Vizeweltmeister Frankreich, Slowakei holte gegen Italien ein 3:2. Wer weiss, wem unsere rot-weiss-roten Jungs die Suppe verhagelt hätten.
Bis zu ihrem Ausscheiden hielt ich zu den Amerikanern. Sicher, sie beherrschten nicht den feinen Fussballzauber der Brasilianer oder Spanier, ihnen fehlten die international bekannten Stars - aber sie waren ein sympathisches Team. Nach langer Zeit schaute ich mir auch wieder die meisten Deutschland-Spiele an: So unangenehm ein Schweinsteiger auch wirken mag, auf dem Feld macht er eine ganz gute Figur. Mit Thomas Müller hatte das schwarz-rot-goldene Team sogar einen richtigen Jungstar in den Reihen, einer der angenehm bodenständig war und dennoch erfrischend gut spielte.
Spanien ist nun der neue Weltmeister. Sie überzeugten in den letzten Spielen, konnten sich ganz gut gegen die extrem harten Niederländer behaupten, zeigten selbst in der Verlängerung noch Hackentricks und 1a Pässe - der Sieg ging in Ordnung. Trotz der vielen Fouls kam ab und an bei den Holländern spielerische Klasse durch, sie waren ein würdiger Gegner. Dazu zeigte sich - von den nervtötenden Vuvuzelas abgesehen - der afrikanische Kontinent von seiner besten Seite.
Vorbei. Ab sofort beherrschen wieder die typischen Schreckensnachrichten unser Bild von Afrika. Wir sehen uns wieder Rapid gegen Sturm an statt Brasilien gegen Holland, und die Gespräche werden sich wieder um Autos, Mädels und Konzerte drehen. Schade irgendwie. wobei, ein grosser Teil der WM-Qualifikation ist ja, dass es ein besonderes und eben kein alltägliches Ereignis ist. Bis zur nächsten WM, dann mit Österreich.
Brasilien, wir kommen!
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Kommentare:
Luise (13.7.2010, 15:33)