Düster, kalt und grau
3. Nov.
Weihnachtsdepressionsschnee im November
Pünktlich zur gesetzlichen Winterreifenpflicht lag heut morgen der erste Schnee in den Grazer Niederungen. Mehr Gatsch als Pracht schmolz er beim blossen Anschauen dahin, und die Strassen waren schnee- und eisfrei - insofern kein Grund sich zu beschweren. Aber der Schnee macht deutlich, dass das Jahr sich dem Ende nähert.
Schon vor ein paar Wochen war es plötzlich eisig kalt. Und seit der Zeitumstellung letzte Woche überrascht einen die Finsternis am Nachmittag. Jetzt erlebt man beides zusammen mit Dauerschneematschregen und wünscht sich in den Sommer zurück: mit Freunden bei einem Glasl Rotwein im Freien sitzen, ein Badeausflug an die Kärntner Seen, eine Radl-Tour... Die Erinnerung ist ein eigenwilliger Zeitgenosse, die stickigen Nächte im Dachgeschoss längst verdrängt, der traumhafte Urlaub so unwirklich lang her - und die Angst vor Weihnachten packt wieder zu.
Dabei ist Weihnachten seit Jahren nicht mehr wirklich stressig. Meine Eltern mischen sich schon lang nicht mehr in mein Leben ein, mit meinen Brüdern verbring ich ganz gern etwas Zeit, nie gibt es Streit um Geschenke und auch sonst keinen grossen Zoff. Dennoch spannen sich meine Nackenmuskeln allein beim Gedanken an das Schenkfest an.
Ja, ich bin kein Freund von Weihnachten.
<< #650 | Kein Kommentar | Kommentieren | #652 >>