West Side Story [UPDATE]

1. März

Geschrieben am 1.3.2009 von Tigger, abgelegt unter Musik, Film und Fernsehen

[Bernardo und Riff tot am Boden]

Ende des ersten Akts: Bernardo und Riff bleiben tot am Boden liegen

Musicals auf DVD sehen seltsam aus: Wilde Gangs tanzen fingerschnippend um sich herum statt mit Messern und Knüppeln aufeinander loszugehen, die Bewegungen erinnern an Ballett, und das Gesinge nervt ebenso wie bei den Disney-Zeichentrick-Filmen - während bei echten Filmen literweise Blut fliesst, die Kamera wilde Verfolgungsjagden einfängt und jede Menge obszöner Beleidigungen ausgestossen werden. Darum war ich erst einmal skeptisch, als Lorelei mir fröhlich mit zwei Karten für das Musical West Side Story unter der Nase wedelte.

[Grazer Oper in der Nacht]

Beeindruckende Architektur: die Grazer Oper

Nach nur zwei Tagen langwierigen Suchens fand ich im Keller meinen Anzug. Seit dem Jahr, welches ich in dieser Wohnung lebe, hatte ich ihn nicht gebraucht, mein Look sind eher schwarze Jeans und schwarzes Shirt. Die Reinigung des Anzugs, der nach all der Zeit im Keller nicht mehr wirklich gut roch, kostete mehr als die beiden Musical-Karten, doch das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Mit edlen schwarzen Schuhen anstelle der üblichen Stiefel, einem knitterfreien Hemd und dem Anzug erkannte mich Lorelei kaum wieder. Fast sah ich wie ein Mensch aus!

[Prunkvolle Inneneinrichtung]

Prunk auch innen: die Decke der Grazer Oper macht was her

Die Grazer Oper bietet laut Internet 1800 Plätze, und so ziemlich jeder davon war gestern abend auch besetzt. Unsere Ecke - Lorelei hatte uns oben auf dem höchsten Rang ganz am Rande zwei zusammenhängende Plätze ergattert - erlaubten einen sehr guten Blick auf das Orchester und die Bühne - nur der rechte Rand war für uns nicht einsehbar, doch dafür konnte man der Anita tief in ihr Dekolleté schielen.

[Die Logen und Ränge der Oper]

Ausgebucht: sowohl im Foyer als auch in den Logen und auf den Rängen war später alles besetzt

Überhaupt, ein Musical hat einen ganz eigenen Reiz. Ein Dirigent leitet ein ganzes Orchester, auf der Bühne hüpfen zum Teil über 20 Leute zugleich herum, sie schauspielern, singen und klettern noch dazu grazil durch das intelligent gestaltete minimalistische New-York-Bühnenbild. Der Unterschied zwischen diesem Live-Erlebnis zu einer Konserve wie Video oder Kino ist enorm, schon nach dem ersten Song zog mich die West Side Story tief in einen Bann, und bei "I like to be in America" erwischte ich mich sogar beim leisen Mitsingen.

[Elegantes Foyer]

Auch das Foyer ist sehr repräsentativ

Ein wunderbarer Abend!

UPDATE

Da nachgefragt wurde: von Lorelei und mir zusammen gibt es leider kein Bild in unserem Opern-Outfit - aber zumindest von mir hat Lorelei in der Tiefgarage, nachdem ich noch fix ein Sixpack Bier organisiert hatte, einen Schnappschuss geschossen. Und natürlich ist der Bauch nicht wirklich so rund, das wirkt nur so.

[Tigger im Anzug]

Très chic: Tigger im feinen Anzug

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